Verwendung der 15 Kamae

Er beginnt mit einem Sprichwort, welches er von Takamatsu Sensei gelernt hat: Wenn das Pferd seinen Schwanz dreht, bleiben die Insekten fern und das Pferd kann weit gehen. Dann schildert er seine ersten Erfahrungen bei Öffnung nach außen, d.h. als er begann, Ninjutsu auch über die Grenzen Japans hinaus zu lehren. Dabei beschreibt er, dass er damit auch eine neue Sicht auf sich selbst „Nicht-Japaner“, „Heimatloser“ (wir würden vielleicht “Weltbürger” sagen)entdeckt. Vor allem das Lernen neuer Wörtern wie „Play!“, „Next one!“ und „feeling“ scheint sehr nachdrücklich im Gedächtnis geblieben. Mit dieser Öffnung nach außen begann er auch über die 8 Zeichen des „shikin haramitsu daikômyô“ in Bezug auf die Verständlichkeit dieser Worte nachzudenken. Er versucht es mit den Formen der Kihon Happô im Gyokko Ryû Koshinjutsu zu erklären. In Japan waren die Krieger mit 15 Jahren „volljährig“ (Ritter) und wurden in die Welt der Erwachsenen hinausgelassen. Die 15 kamae galten dabei als Grundkenntnisse, die in einer Art Prüfung (Initiationsritual) angewendet werden mussten.

Um ein wahrer Ninja (gleichgesetzt mit Erwachsen) zu werden muss man das Herz nähren, sich den Techniken widmen und glücklich sein. Dieses Erwachsenwerden spiegelt sich auch in den Wörtern shikin haramitsu wider. Die 15 kamae sind auch für diese 4 Zeichen die Grundlage.

In der Überlieferung gibt es wohl 6 Kriterien für Reinheit, die gleichzusetzen ist mit Natürlichkeit oder natürlicher Schönheit. Das Leben, vor allem des Ninja, ist als ein Geheimnis aufzufassen. Er zitiert aus der Überlieferung: “„Das Geheimnis des Taijutsu ist die das Wissen um die Harmonie der Grundlage und dankbar kein Wort darüber verlieren.“. Dieses kann nur im Dojo erlernt werden. Das Hauptthema des Gyokko ryû koshin jutsu ist die vielfältige Veränderungen, und zwar „viele Veränderungen ohne sich zu wundern“. Die lebendigen Formen des shizen/ der Natur können sowohl als kamae des Herzens aber auch als „nicht vorhandene kamae“ auftreten, so wie die Wolken sich durch den Wind am Himmel verändern. Wenn man darüber nachdenkt, kommt man zu keinem konkreten Ergebnis. Es ist eben das Geheimnis des immerwährenden Wandels. Die Essenz des heutigen Bujinkan Budô ist Eingrenzung (dieser Vielfalt) und die innere Wahreit des heutigen Trainings ist das Folgen des Geistes der Vielfalt. Hatsumi sieht das Erwachsenwerden als Weg mit Leitfaden für das Glück. Im Geist des Kriegers sollen auch die 6 grundlegenden Prinzipien der Reinheit beachtet werden, d.h. eine stetige Erweiterung des eigenen Ninja-Herzens durch den guten Gebrauch der Augen, Nase, Ohren, Zunge, Körper und Geist. Die Öffnung des Herzens und der Blick auf den Geist ist unter anderem auch die Grundlage für das Kotôryû koppô jutsu und somit sein Hauptgedanke bei Vermittlung der 9 Ninjutsu-Schulen in der Welt.

Zum besseren Verständnis seiner Gedanken und zur weiteren Verbreitung des Bujinkan hat er diverse DVD und Schriften herausgegeben, die er bittet, zu beachten.

1.Mai 2006 Hatsumi Masaaki

Sein Nachsatz: Wenn Bujinkan auf deinem Weg liegt, dann folge dort den Menschen, die die 15 kamae beherrschen. Frage sie über das bisher Gelernte und was du noch lernen musst und genieße es. Einer der 8 guten Geister der Krieger ist ein Orangutan – ein Komiker – der bringt dich zum Lachen. Das ist auch ein Weg zur Reinheit.